11. September 2020 / Aktuell

„Hausärztliche Versorgung im Kreis langfristig sicherstellen“

Kreis Herford und Stadt Vlotho fördern neue Arztpraxis in Exter

©Kreis Herford

Die hausärztliche Versorgung stellt auch für den Kreis Herford angesichts des demografischen Wandels eine zunehmend herausfordernde Aufgabe dar: Die Gesellschaft altert und der steigende Anteil älterer Menschen sorgt für mehr Betreuungs- und Versorgungsbedarf.

Die hausärztliche Versorgung muss für die Bevölkerung insgesamt, aber insbesondere für ältere Menschen wohnortnah und bedarfsgerecht ausgestaltet sein. Da die demografische Entwicklung sich gerade auch direkt auf das Berufsfeld der Hausärzte auswirkt, bedarf es hier besonderer Maßnahmen, um berufliche Perspektiven und Anreize zu schaffen.

Deshalb beschloss der Kreistag die Richtlinie zur Verbesserung der hausärztlichen Versorgung. Diese sieht für die Haushalte 2019 und 2020 je 100.000 Euro Fördermittel vor, die dazu beitragen sollen, die hausärztliche Versorgung im Kreis zu verbessern.

„Wir wollen die hausärztliche Versorgung in unserem Kreis langfristig gut aufstellen. Mit der Förderrichtlinie schaffen wir neue Anreize und unterstützen Hausärzte dabei, sich bei uns niederzulassen und neue Praxen zu gründen. Dabei konzentrieren wir uns auf die Teile im Kreisgebiet, die als unterversorgt gelten oder es bereits sind“, erklärt Landrat Jürgen Müller.

Diese unterversorgten Gebiete sind nach der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) derzeit Vlotho, Löhne und Herford. Kirchlengern ist durch die Förderung einer Praxis durch den Kreis Herford nicht mehr als unterversorgtes Gebiet eingestuft. Insgesamt hat der Kreis Herford vier Arztpraxen mit jeweils 25.000 Euro gefördert: Zwei Praxen in Vlotho sowie jeweils eine Praxis in Kirchlengern und Herford.

Unter den neuen Hausarztpraxen in Vlotho ist auch die von Dr. med. Anke Dittmar.
Ab dem 01. November öffnet die erfahrene Hausärztin an der Solterbergstraße 187 in Exter ihre Türen. „Ich freue mich darauf, meine Arbeit hier aufzunehmen. Für mich war vor allem ausschlaggebend, dass es hier nun neben einer Apotheke auch eine hausärztliche Praxis gibt“, erklärt die Ärztin. Zuvor war sie 14 Jahre lang in einer Praxis für Allgemeinmedizin im Kalletal als angestellte Ärztin tätig. In der neuen Praxis wird Anke Dittmar zunächst eine

Einzelpraxis eröffnen. Langfristig würde sie hier jedoch gerne die Gelegenheit erhalten, eine Gemeinschaftspraxis zu schaffen oder zusätzlich eine Kollegin bzw. einen Kollegen einzustellen. „Zudem verfolge ich das Konzept, in meiner Praxis junge Kolleginnen und Kollegen weiterzubilden“, so Dr. Dittmar.

Bürgermeister Rocco Wilken freut sich, dass mit Dr. Dittmar eine weitere Ärztin dazu beiträgt, die Versorgung in Vlotho langfristig zu verbessern.
„Die hausärztliche Versorgung ist uns als Stadt ein großes Anliegen. Dafür geben wir große Anstrengungen. Wir brauchen kurze Wege und eine ausreichende Anzahl an hausärztlichen Praxen. Die digitalen Angebote werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig muss ein Hausarzt für die persönliche Beratung im Ortsteil erreichbar sein.“
Die Stadt Vlotho unterstützt das Projekt der hausärztlichen Versorgung im Rahmen der Stadt- und Ortsteilentwicklung mit 50.000 Euro.

Der Kreis Herford weist insgesamt eine geringe Hausarztdichte auf. Die Zahl der Hausärzte ist rückläufig, in Vlotho und Herford sind die Hälfte der Ärzte über 60.
„Wir steuern hier durch unsere Förderungen konsequent gegen und konnten bereits Erfolge erzielen. Die gesundheitliche und insbesondere die hausärztliche Versorgung ist ein zunehmend wichtiger Standortfaktor für die Städte und Gemeinden. Hier sind wir im Kreis Herford auf einem guten Weg“, so Landrat Jürgen Müller.

Information:

Ein Gebiet ist laut Bedarfsplan der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) zu 100 Prozent versorgt, wenn pro Hausarzt 1.609 Patienten versorgt werden können. Wird dieser Wert um mehr als 25 Prozent unterschritten, gilt ein Gebiet als unterversorgt. Liegt der Versorgungsgrad bei 110 Prozent, gilt ein Gebiet als überversorgt. Hier kann sich erst wieder ein Hausarzt niederlassen, wenn zuvor ein anderer Hausarzt ausgeschieden ist.

Weitere Infos gibt es unter: https://www.kvwl.de/arzt/sicherstellung/bedarfsplanung/index.html

Quelle: Kreis Herford

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