7. November 2021 / Aus aller Welt

Astronaut Maurer soll nun frühestens Donnerstagfrüh zur ISS

Eigentlich hätte er schon längst zum zwölften Deutschen im All werden sollen. Doch der deutsche Astronaut Matthias Maurer muss sich weiter gedulden.

Startklar: Matthias Maurer aus Deutschlandin seiner Extravehicular Mobility Unit.

Der deutsche Astronaut Matthias Maurer kann nun frühestens Donnerstagmorgen (Mittwoch Ortszeit) zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen.

Zunächst solle am Wochenende eine Crew von vier Astronauten von der ISS zurück zur Erde geholt werden, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Danach sei der frühestmögliche Starttermin für Maurer und seine drei Nasa-Kollegen am Donnerstag um 3.03 Uhr deutscher Zeit (Mittwoch um 21.03 Uhr Ortszeit). Damit würden sie am Freitag um 01.10 Uhr MEZ an der ISS ankommen.

Mit Maurer soll erstmals seit drei Jahren wieder ein deutscher Astronaut ins All fliegen. Gemeinsam mit den Nasa-Kollegen Thomas Marshburn, Raja Chari und Kayla Barron soll er vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida aus zur Raumstation ISS starten. Transportiert werden sollen die vier Astronauten von einem «Crew Dragon» der privaten Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk.

Maurer wäre mit dem Flug der zwölfte Deutsche im All, der vierte auf der ISS und der erste, der mit einem «Crew Dragon» dorthin geflogen wird. Auf der ISS soll der Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) in rund 400 Kilometern Höhe etwa sechs Monate lang zahlreiche Experimente durchführen und wohl auch einen Außeneinsatz absolvieren. Zuletzt war 2018 mit Alexander Gerst ein deutscher Esa-Astronaut im All gewesen.

Der ursprünglich für das letzte Oktober-Wochenende geplante Start des 51-jährigen Saarländers war zuvor schon mehrfach verschoben worden - unter anderem wegen schlechten Wetters und eines «kleineren medizinischen Problems» eines Crew-Mitglieds. Das medizinische Problem werde weiter beobachtet, hatte die Nasa zuletzt mitgeteilt. Es werde erwartet, dass das vor dem geplanten Start wieder in Ordnung sei. Nähere Informationen dazu gab es weiter nicht.

Zuletzt war als frühestmöglicher Starttermin der Montag genannt worden. Für diesen Termin hatte es allerdings auch schon Bedenken angesichts des Wetters gegeben. Sorgen bereiteten vor allem starke Winde in Cape Canaveral und schlechte Wetterbedingungen im weiteren Flugverlauf.

Die Nasa gab nun der Rückkehr der sogenannten «Crew-2» Priorität. Dabei handelt es sich um den französischen Esa-Astronauten Thomas Pesquet, die Nasa-Astronauten Shane Kimbrough und Megan McArthur sowie den japanische Astronauten Akihiko Hoshide, die bereits seit April auf der ISS sind - am Freitag waren es genau 196 Tage. Da der «Crew Dragon», mit dem die «Crew-2» momentan an der ISS ist, offiziell nur bis zu 210 Tage im All bleiben kann, wurde die Rückkehr der vier Astronauten mit jedem Tag dringlicher.

Die «Crew-2» sollte nun - mit rund 250 Kilogramm wissenschaftlichen Experimenten im Gepäck - frühestens am Montag von der ISS abdocken, dann einmal um die Raumstation herumfliegen, um Fotos für mögliche anstehende Reparaturen zu machen, und am Dienstag im Meer vor Florida ankommen. Ursprünglich war das Abdocken schon für Sonntag geplant gewesen, wurde aber wegen schlechter Wetterbedingungen kurzfristig auf Montag verschoben.

Eigentlich war eine Übergabe zwischen «Crew-2» und «Crew-3» an Bord der ISS geplant. Dass diese nun ausfalle, sei aber nicht weiter schlimm, sagte Nasa-Astronaut Kimbrough am Freitag bei einer Pressekonferenz aus dem All. Die Aufgabe werde nun Nasa-Astronaut Mark Vande Hei übernehmen, der im April gemeinsam mit den Kosmonauten Oleg Nowizki und Pjotr Dubrow zur ISS gekommen war. Er sei vor dem Rückflug nicht nervös, sagte der französische Astronaut Pesquet bei der Pressekonferenz.

Der «Crew Dragon», mit dem die «Crew-2» an der ISS ist, hat allerdings ein Problem: Die Toilette ist kaputt. Die vier Astronauten müssen deshalb jeweils mit einer Art Windel zurück zur Erde fliegen. Das sei natürlich «suboptimal», sagte Astronautin McArthur. «Aber bei der Raumfahrt gibt es viele kleine Herausforderungen und wir sind bereit, das in den Griff zu bekommen.» 


Bildnachweis: © Robert Markowitz/ESA/NASA/dpa
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