5. Juni 2022 / Aus aller Welt

China schickt Astronauten zur Fertigstellung von Raumstation

Peking will im All in einer Liga mit den USA spielen. Der Bau der ersten eigenen Raumstation «Tiangong» wird deshalb mit Tempo vorangetrieben.

Das bemannte Raumschiff «Shenzhou-14» startet auf einer Trägerrakete vom Typ «Langer Marsch 2F» vom Jiuquan Satellite Launch Center im Nordwesten Chinas.

Zur Fertigstellung seiner im Bau befindlichen Raumstation hat China ein weiteres Astronauten-Team erfolgreich ins All geschickt. Das Trio startete am Sonntag an Bord des Raumschiffs «Shenzhou 14» vom Weltraumbahnhof Jiuquan im Nordwesten der Volksrepublik zu seiner Mission.

Eine Rakete vom Typ «Langer Marsch 2F» brachte sie ins All, wie in einer Liveübertragung des chinesischen Staatsfernsehens zu sehen war. Der Start sei ein «voller Erfolg» gewesen, erklärte Chinas Raumfahrtbehörde, nachdem das Schiff den Orbit erreicht hatte.

Rund sieben Stunden nach dem Start dockte «Shenzhou 14» in einem automatisierten Manöver an das Kernmodul «Tianhe» an, wo die Besatzung wohnen und arbeiten wird.

Astronauten sollen mehrere Monate im All verbringen

Die Astronauten Chen Dong, Liu Yang und Cai Xuzhe bilden bereits die dritte Crew, die nun mehrere Monate im All verbringen und Arbeiten an der Station durchführen soll. Anfang Mai hatte ein Frachtflug weitere Ausrüstung und Nachschub zur Vorbereitung der Mission ins All gebracht.

Während des Aufenthalts der Astronauten sollen im Juli und Oktober zwei weitere Module ins All geschickt und angebaut werden. Möglicherweise im Dezember ist ein weiterer bemannter Flug geplant. Dann sollen sich vorübergehend sechs Astronauten in der Raumstation aufhalten. Die am Ende 66 Tonnen schwere, T-förmige Station soll dann fertiggestellt werden und ihre regulären Betrieb aufnehmen.

Die «Tiangong» (Himmelspalast) genannte Raumstation untermauert Chinas Ambitionen, zur Weltraummacht aufzusteigen und zu den großen Raumfahrernationen USA und Russland aufzuschließen. Die Volksrepublik hat Milliardensummen in sein Raumfahrtprogramm gesteckt und konnte bereits einige Erfolge vorweisen. So war China das erste Land, das ein Raumschiff samt Erkundungs-Rover auf der dunklen Rückseite des Mondes landete. Vergangenes Jahr landete zudem der Rover «Zhurong» auf dem Mars, der die Oberfläche des Planeten erkunden soll.

Von der Internationalen Raumstation ISS ist China ausgeschlossen, insbesondere auf Druck der USA, die Vorbehalte wegen der Intransparenz des chinesischen Raumfahrtprogramms und dessen engen Verbindungen zum Militär haben.

Der Staatsführung in Peking geht es bei ihren hochgesteckten Ambitionen im Weltall um nationales Prestige, aber auch um die globale technologische Vorreiterrolle, die man den USA streitig machen möchte. Mittelfristig sind weitere Missionen zum Mond und zum Mars geplant.


Bildnachweis: © Cai Yang/XinHua/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Mehr als sechs Jahre Gefängnis nach tödlichem Raserunfall
Aus aller Welt

Dem Autofahrer konnte es nicht schnell genug gehen. Auf bis zu Tempo 200 beschleunigte er und kam ins Schleudern. Die entgegenkommende Autofahrerin starb. Nun hatten die Richter das Wort.

weiterlesen...
Fünf Frauen mit Auszeichnung «Goldene Bild der Frau» geehrt
Aus aller Welt

Sie setzen sich ehrenamtlich für Menschen ein, die Hilfe brauchen oder achten auf Nachhaltigkeit. Nun bekommen Frauen auf einer Gala dafür Auszeichnungen und viel Aufmerksamkeit für ihre Projekte.

weiterlesen...
Getötete Prostituierte - Verdächtiger festgenommen
Aus aller Welt

Im Fall der drei in Rom getöteten Prostituierten wurde ein 51 Jahre alter Italiener festgenommen. Er soll Medienberichten zufolge vorbestraft sein.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Steigende Energiepreise machen Tierbestattungen teurer
Aus aller Welt

Nach dem Tod eines geliebten Haustieres entscheiden sich viele Besitzer, das Tier einäschern und bestatten zu lassen. Auch dort machen sich inzwischen Preissteigerungen bemerkbar.

weiterlesen...
Erste Münzen mit Charles-Porträt kommen in Umlauf
Aus aller Welt

Großbritannien hat einen neuen König und ab heute auch neues Münzgeld - Scheine sollen folgen. Nach und nach wird so das Geld mit dem Konterfei der Queen ersetzt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Steigende Energiepreise machen Tierbestattungen teurer
Aus aller Welt

Nach dem Tod eines geliebten Haustieres entscheiden sich viele Besitzer, das Tier einäschern und bestatten zu lassen. Auch dort machen sich inzwischen Preissteigerungen bemerkbar.

weiterlesen...
Erste Münzen mit Charles-Porträt kommen in Umlauf
Aus aller Welt

Großbritannien hat einen neuen König und ab heute auch neues Münzgeld - Scheine sollen folgen. Nach und nach wird so das Geld mit dem Konterfei der Queen ersetzt.

weiterlesen...