14. September 2020 / Lokalnachrichten

Sicher auf der ersten Fahrt – Wenn Neugeborene transportiert werden müssen

Neues Fahrzeug vom Rettungsdienst verbessert notfallmedizinische Transporte der Kleinsten

Inkubator Rettungswagen ©Kreis Herford

Es kommt im Kreis Herford etwa 80 Mal im Jahr vor: Ein neugeborenes Kind muss von einem Krankenhaus ins andere transportiert werden, weil es besonders bzw. intensivmedizinisch behandelt werden muss. Nicht in jedem Geburtskrankenhaus sind geeignete Behandlungen möglich – deshalb werden die Kleinen dann verlegt.

Im Kreis Herford ist es meist das Klinikum in Herford, das dann angesteuert wird. Dort gibt es die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin mit ihren Stationen für Neonatologie und Kinderintensivmedizin sowie ein Perinatalzentrum Level I in dem Frühgeborene und kranke Neugeborene in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe behandelt werden.

Bisher hat für den Transport im Kreis Herford ein sogenannter transportabler Inkubator zur Verfügung gestanden – der umgangssprachliche Brutkasten, eine Versorgungseinrichtung für Früh- und Neugeborene. Der Inkubator wurde von der Kinderklinik des Klinikums nebst dem erforderlichen Fachpersonal (Kinderarzt und Kinderkrankenschwester/-pfleger) für die Transporte zur Verfügung gestellt. Die Fahrt fand mit regulär verfügbaren Rettungswagen statt. Dies machte jedoch ein zunehmend umständlicheres Umladen des Inkubators in den Rettungswagen erforderlich, was insbesondere bei zeitkritischen Einsätzen nachteilig ist und potenzielle Gefahr für sehr kleine Frühgeborene darstellt.

Seit dieser Woche ist nun das eigene Neugeborenen-Transportfahrzeug am Klinikum im Einsatz.

„Das neue Fahrzeug verbessert die Sicherheit der kleinsten und empfindlichsten Patienten – das freut mich besonders. Das Beispiel zeigt aber auch, dass alle betroffenen Stellen Hand in Hand nach Lösungen suchen und erfolgreich optimale Antworten finden. Die Zusammenarbeit von Rettungsdienst, Klinik und Verwaltung ist hier vorbildlich!“, freut sich Landrat Jürgen Müller. 

„Der Wagen vereinfacht die notfallmedizinische Versorgung der Früh- und Neugeborenen. Auch die Einsatzzeiten verkürzen sich. So kann die Besatzung des zum Transport alarmierten Rettungswagens zum Klinikum fahren, dort in das Inkubatorfahrzeug umsteigen und dann gemeinsam mit dem Ärztlichen und dem Pflegepersonal den Transport unmittelbar durchführen“, erklärt Dr. Walter Koch, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum.

Ein weiterer Vorteil ist die Ausstattung des Fahrzeugs. Im Fahrzeug ist ein Tragetisch mit spezieller Luftfederung installiert – darauf befindet sich der Inkubator. Die Luftfederung des Tisches gewährleistet einen besonders schonenden Transport der Früh- und Neugeborenen.

Pro Jahr werden derzeit ca. 80 Inkubatortransporte im Kreis Herford durchgeführt. Einsatzgründe sind vorwiegend Verlegungsfahrten vom Mathilden Hospital zum Klinikum Herford, aber auch von und nach umliegenden Krankenhäusern (Bielefeld, Lübbecke, etc.). Es werden auch Verlegungstransporte vom Klinikum Herford zur Medizinischen Hochschule nach Hannover durchgeführt.

Der Einsatz des Fahrzeuges wird zunächst für eine Probezeit getestet. Bis zur nächsten Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplanes sollen die Einsätze gutachterlich betrachtet werden. Möglich ist auch eine interkommunale Zusammenarbeit in OWL - ähnliche Kooperationen gibt es bereits bei Schwerlast- oder Intensivtransportfahrzeugen.

Foto: Stellen das neue Fahrzeug für den Transport Neugeborener vor: v.l. Valeska Reitz (Notfallsanitäterin), Philipp Bicknese (Leiter der Rettungswache Vlotho); Landrat Jürgen Müller, Peter Hutmacher (Leiter Klinikum Herford), Dr. Walter  Koch (Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum) und Friederike Henselmeyer und Tadea Krasemann (Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen )

Quelle: Kreis Herford

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