15. Oktober 2020 / Information und Beratung

Gefahren durch Kohlenmonoxid beim Heizen

Was es zu beachten gilt

Heizpilz ©pixabay.com

Die kalte Jahreszeit hat begonnen und damit steigt die Gefahr von Kohlenmonoxid-Unfällen. Defekte oder schlecht gewartete Heizungsanlagen und Kaminöfen können das gefährliche CO-Gas freisetzen. Es sei geruch-, farb- und geschmacklos, warnt Kreisbrandmeister Bernd Kröger, und deshalb für den Menschen nicht wahrnehmbar. „Eine schwere Kohlenmonoxid-Vergiftung kann im schlimmsten Fall tödlich ausgehen!“

Im vergangenen Jahr war es im Simeonsstift in Vlotho-Valdorf zu einem CO-Unfall gekommen. Die Abgase des Blockheizkraftwerkes hatten sich offenbar unbemerkt in dem Altenheim ausgebreitet. Der Zwischenfall verlief zum Glück glimpflich: Acht Heimbewohner und drei Rettungsdienstmitarbeiter hatten Vergiftungssymptome gezeigt, konnten das Krankenhaus aber nach kurzer Zeit wieder verlassen. Das tückische CO-Gas entsteht, wenn bei einer

Verbrennung nicht ausreichend Sauerstoff vorhanden ist, etwa durch mangelnde Zuluft. Auch konventionelle, raumluftabhängige Gasthermen  können davon betroffen sein. „Riskant ist vor allem das Abdichten von Fenstern und Türen, wenn dabei der Nachstrom frischer, sauerstoffreicher Luft nicht gewährleistet ist“, sagt der Kreisbrandmeister. Er rät dazu, bei solchen Vorhaben immer einen Fachmann hinzuzuziehen und die Heizungsanlage regelmäßig warten zu lassen.

Holzkohlegrills und Heizpilze niemals in geschlossenen Räumen betreiben  

Laut einer Statistik des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks gibt es in Deutschland mittlerweile mehr als elf Millionen sogenannte Einzelraumfeuerungsanlagen. Kaminöfen sind dabei besonders beliebt. Ein gefahrloser Betrieb ist allerdings nur gewährleistet, wenn alle  Komponenten  dicht miteinander verbunden sind und in ihrer Dimension zur Leistung des Ofens passen. Deshalb sollten auch solche Anlagen nur durch einen Fachbetrieb installiert und  regelmäßig überprüft werden, sagt der Feuerwehrchef. Giftiges Kohlenmonoxid kann aber auch durch verstopfte Abluftrohre und Schornsteine von Gasthermen, Ölheizungen oder Kamin- und Kachelöfen in die Raumluft gelangen. Rußablagerungen aber auch Vogelnester können die Ursache sein. Für Dohlen sind Schornsteinschächte nämlich der ideale Nistplatz.

Um sich dort häuslich einzurichten, werfen sie solange Stöcke und andere Kleinteile in den Schlot, bis sich das Material verhakt. Mit fatalen Folgen: „Im Ruhrgebiet starb vor einigen Jahren eine junge Frau, weil ein solches Vogelnest den Schornstein verstopft hatte.“ Der Kreisbrandmeister warnt außerdem dringend davor, Holzkohlegrills oder Heizpilze in geschlossenen Räumen zu betreiben. „Hat die offene Flamme den Sauerstoff verbraucht, kommt es zur Bildung von giftigem CO-Gas!“

Warngeräte sorgen für zusätzliche Sicherheit

Kohlenmonoxid-Warngeräte, die in Fachgeschäften und Baumärkten angeboten werden, sorgen für zusätzliche Sicherheit. Sie überwachen permanent die CO-Konzentration in der Luft und sollten in Aufenthalts- und Schlafräumen installiert werden. Bereits geringste Mengen des Atemgiftes quittieren sie mit einem schrillen Warnton. Die Kohlenmonoxid-Melder erkennen allerdings keinen Brandrauch. „Sie dürfen deshalb nicht anstelle von Rauchwarnmeldern, die gesetzlich vorgeschrieben sind, eingesetzt werden“, sagt Kröger.

Sauerstofftransport im Blut wird blockiert 

Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn überall kräftig geheizt wird, treten die Vergiftungen vermehrt auf.  Das toxische CO-Gas bindet sich an die roten Blutkörperchen und blockiert dadurch den Sauerstofftransport im Blut. Besonders das Gehirn ist auf eine ständige Sauerstoffzufuhr  angewiesen. Erste Vergiftungssymptome äußern sich durch Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. Kommen Herzrasen, Bewusstseinsstörungen und Muskelschwäche hinzu, besteht Lebensgefahr. Bei einer  Kohlenmonoxid-Freisetzung muss schnell gehandelt werden. „Öffnen Sie bereits beim kleinsten Verdacht Fenster und Türen, verlassen Sie das Haus so schnell wie möglich und verständigen Sie nach Möglichkeit von draußen die Feuerwehr!“, rät der Kreisbrandmeister.

Weitere Informationen auch unter: https://www.co-macht-ko.de/

Quelle: Kreis Herford

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