10. September 2021 / Veranstaltung

Vernissage des Bünder Künstlers Michael Weißköppel

Erzähl mir von morgen (12.-17. September)

In wenigen Wochen wird eines der bekanntesten Wahrzeichen Ostwestfalens 125 Jahre alt – das Kaiser-Wilhelm-Denkmal oberhalb des Weserdurchbruchs in Porta Westfalica. Den rechten Arm hoch erhoben, grüßt das sieben Meter große Standbild weit ins Land hinein. Die gesamte Anlage ist mit 88 Metern Höhe das zweitgrößte Denkmal Deutschlands. Zeugnis? Vorbild? Mahnmal? Oder Größenwahn? Und: Wie würde der Monarch wohl heute darüber denken?

Diese und ähnliche Fragen stehen im Fokus der Vernissage »Erzähl mir von morgen« von Michael Weißköppel, die am Sonntag, 12. September, um 11 Uhr im Kulturcontainer auf dem Rathausplatz eröffnet wird. Mit mehreren Bildern, Objekten, Konstruktionen und Texten will der Bünder Künstler die Besucher dazu anregen, sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten der Erinnerungskultur auseinanderzusetzen. Wie das funktionieren kann, zeigt Wilhelm I. selber. Auf die eine oder andere Art und Weise dargestellt oder angedeutet, erlebt man den ersten Kaiser des Deutschen Reiches und König von Preußen in dieser Ausstellung nicht als Machtmenschen, sondern als Zweifler. Der Herrscher grübelt, ob ihm ein überlebensgroßes Denkmal gebaut werden soll, ob es nicht Größenwahn ist, das eigene Abbild auf ein Podest stellen zu lassen.

Vor 125 Jahren wäre solch ein Ansatz zumindest im öffentlichen Diskurs wohl bestenfalls belächelt worden. Heute aber kann man sich diesen Fragen losgelöst vom damaligen zeitgeschichtlichen Kontext stellen. Und genau dazu will Michael Weißköppel animieren. »Es geht im Kern darum, ob einer einzigen Person so viel Ehre zuteilwerden soll und ob dies noch die Art ist, wie wir uns heute an Menschen erinnern wollen.« Dabei will der Künstler nicht mahnen, sondern Denkanstöße geben. Die Besucher sollen genauso ins Grübeln kommen wie der Kaiser – und selbst kreativ werden, indem sie ihre Gedanken dazu äußern und auch niederschreiben. Sind solche Denkmale wie das an der Porta Westfalica noch zeitgemäß? Sollte das Standbild mit etwas oder jemand anderem ersetzt werden? Die Vernissage »Erzähl mir von morgen« von Michael Weißköppel beginnt am Sonntag, 12. September, um 11 Uhr und ist bis zum 17. September täglich von 8 bis 18 Uhr beziehungsweise bis zum Ende der jeweiligen Veranstaltungen im Kulturcontainer zu sehen. Der Eintritt ist frei.

HINTERGRUND

Literatur, Kabarett, Kunst, Musik oder interaktive Aktionen: Vom 6. bis 19. September findet eine Vielzahl an Veranstaltungen und Angeboten auf dem Rathausplatz statt. Möglich wird dies durch den Kultur-Container des LWL-Preußenmuseums Minden, der während dieses Zeitraums in Bünde aufgestellt wird. Seit Juli geht dieser Container als Botschafter des zurzeit im Umbau befindlichen Museums in Ostwestfalen auf Reisen und soll als Raum und Plattform für lokale und regionale Kulturschaffende dienen. Unter dem Motto »33 m3« gastiert er dabei in Bad Oeynhausen, Bielefeld, Minden, Preußisch Oldendorf und Bünde. In den teilnehmenden Städten finden dabei ganz unterschiedliche Veranstaltungen und Aktionen mit Akteuren aus der Kultur- und Kreativbranche statt – zum Teil als Referenz zum LWL-Museum mit »preußischen Themen«.

Quelle: Stadt Bünde

Bildquelle: Pixabay / WorldInMyEyes

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